Vereinschronik

Geschichte der Musikkapelle Ottacker


Im Jahr 1853 wurde die Blaskapelle Ottacker-Ried gegründet, zum größeren Teil von jungen Männern aus Ottacker, zum übrigen von Bewohnern aus Ried.

 

Unter Leitung eines pensionierten Militärmusikers namens Karg wies die Kapelle eine Stärke von 10 Mann auf, deren Namen wie folgt lauteten:

Mathias StecheleOttackerTrompete
Josef Anton Stechele  Ottacker  Flügelhorn
Rupert SommerUnterhubFlügelhorn
Michael Brack  Schmieden  Althorn in C
Johann Baptist Luitz  Kühbach  Althorn in F
Anton Holderried  Rappolz  Trompete F
Josef Anton Herscher  Schmieden  Trompete F2
Johann Wurm  Ruchis  Basstrompete C
Alois Zettler  Unterhub  Posaune
Johann Kling  Ottacker  Bombardon

 zu denen 2 Jahre später noch hinzukamen:

Augustin Holderried     Rappolz  Althorn
Johann Georg MayrRied  Basstrompete C
Josef Anton Brack  Schmieden  Bombardon



Im Jahr 1859 wurde unter dem Dirigenten Kiechle der Klangkörper durch 2 Klarinetten bereichert.

Als 1863 mit Beteiligung der Gemeinden Sulzberg, Ottacker, Moosbach, Petersthal und Vorderburg der Niederallgäuer Gesangsverein gegründet wurde, stellte Ottacker unter Leitung von Lehrer Wölfle die Vereinskapelle.

In den folgenden Jahren leiteten Lehrer Hotter und nach seinem Ableben Lehrer Lohmer die Kapelle. Nach dessen Wegzug übernahm der seit der Gründung bewährte Musiker Anton Holderried von Rappolz den Taktstock und führte ihn über Jahrzehnte erfolgreich.
1896 konnte Herr Anton Holderried, der seit früher Jugend ein Mitglied des Kirchenorchesters war, sein 50- und 1906 sein 60-jähriges Musikjubiläum mit der ganzen Pfarrgemeinde festlich begehen. Danach zog er sich als Dirigent etwas zurück, und sein Sohn Josef übernahm die Leitung.



Nach dem 1. Weltkrieg konnte Dirigent Josef Holderried zu den verbliebenen sieben Musikern wieder sieben Junkmusiker ausbilden. Somit war die Musikkapelle 1922 14 Mannn stark.
So manches Musikjubiläum konnte in den folgenden Jahren begangen werden, bis 1938 Dirigent Josef Holderried infolge eines Kriegsleidens starb.
Nun musste der fähige Althorn-Bläser Peter Plangger die Leitung übernehmen, bis er einberufen wurde. 1947 konnte durch einen glücklichen Zufall Herr Max Deibl aus Kempten als Dirigent gewonnen werden, der wieder junge Leute ausbildete. Zu verdanken war dies Otmar Greif, der selbst mit seinem Sohn bei jedem Wetter von der Gde. Buchenberg zu den Proben herfuhr.
Große Opfer brachte auch Otto Menz aus Lanzenberg auf, der sein Haus für die Proben zur Verfügung stellte und mit seinem Fahrzeug den Dirigenten aus Kempten abholte oder abholen ließ und auch wieder zurückfuhr.
Nach dem 2. Weltkrieg konnte im September 1948 erstmals wieder ein Konzert aufgeführt werden. Im folgenden Jahr wurde der Musikverein Ottacker gegründet, dessen Vorstände Theodor Feneberg und Josef Prestel immer bemüht waren, die Kapelle finanziell zu unterstützen.


Im Januar 1950 trat die Musikkapelle in den Allgäu-Schwäbischen Musikbund ein.
1951 wurde das 1. Musikfest mit Wertungsspiel in Altusried mit Erfolg besucht. Die Kapelle war nun 19 Mann stark und feierte am 10. Oktober 1954, ein Jahr später als vorgesehen, ihr 100-jähriges Bestehen.

 

Die Leitung der Kapelle übernahm ab 1962 nach dem Tod von Max Deibl der in Ottacker wohnende Klarinettist und Lehrer Otto Putz.
1975 wechselte durch Stichwahl das Amt des 1. Vorsitzenden des Vereines von dem passiven Gründungsmitglied und bis dahin 1. Vorsitzenden Josef Prestel an das aktive Mitglied Bernhard Jäck. Ab dieser Zeit stand fest, dass alle aktiven Musikanten stimmberechtigt waren. Die passive Mitgliederzahl des Vereines betrug 59, Ehrenmitglieder waren es 2.
Das 125-jährige Bestehen der Kapelle wurde 1977 mit einem großen Fest gefeiert. Zu dieser Zeit spielten 24 Musiker unter der erfolgreichen Hand von Otto Putz.


Nach insgesamt 23 Jahren, also im Jahre 1985, übergab Otto Putz das Dirigentenamt und die inzwischen auf 35 Musikanten angewachsene Kapelle an seinen jungen Nachfolger Bernhard Zobel, der erst in diesem Jahr den Dirigenten-Hauptkurs mit Erfolg besucht hatte. Er erreichte 1987 durch die Teilnahme am Wertungsspiel in Oberstaufen in der Mittelstufe mit Belobigung einen schönen Erfolg, legte jedoch im selben Jahr sein Amt wieder nieder.

Neuer Dirigent der Kapelle war von da an Bernhard Jäck, der zur gleichen Zeit auch noch den Vorsitz des Vereines innehatte. Da er aber nicht beide Ämter ausüben wollte, waren Neuwahlen nötig. Als Ergebnis der Wahlen übernahm 1987 Leopold Schmölz jun. den Posten des 1. Vorstandes. Die Mitgliederzahlen betrugen derzeit 112, davon 32 aktive und 6 Ehrenmitglieder.
Bereits 1989 legte Leopold Schmölz jun. sein Amt aus beruflichen Gründen wieder nieder. Vorübergehend übernahm sein Stellvertreter Wilhelm Bertele kommissarisch den Posten bis zur Generalversammlung 1990 und erlangte bis dahin die Gemeinnützigkeit für den Verein, gleichzeitig existiert seither eine Satzung. Bei den Neuwahlen 1990 trat Josef Zobel das Amt als 1. Vorstand an.

 




Einen Höhepunkt für die Musikkapelle Ottacker bildete 1991 die Fahrt mit der Freiwilligen Feuerwehr Sulzberg zur Partnergemeinde Chailland in der Bretagne.

Der Schützenverein Ottacker feierte im Mai 1995 sein 100-jähriges Jubiläum zusammen mit der Musikkapelle während 5 Tagen in einem Festzelt, bekannt geworden als die sogenannten "Ottackner Festtage". Die Kapelle beteiligte sich an den Festlichkeiten anlässlich ihrer 140 Jahre seit der Gründung, allerdings mit 2 Jahren Verspätung.

Im Jahr 1995 absolvierte Manfred Briechle den Dirigenten-Hauptkurs mit Erfolg und stand von da an Bernhard Jäck als 2. Dirigent zur Seite.

Die wöchentlichen Proben fanden bis 1995 im damaligen "kleinen Saal" des Gasthauses "Rössle" in Ottacker statt. Durch den Umbau der Gaststätte fiel der Proberaum für die Musikkapelle ersatzlos weg. Mit wohlwollender Unterstützung von Prodekan Endres und Bürgermeister Steinle wurde erreicht, dass die Musikkapelle ein Musikheim auf Kirchengrund in Erbpacht errichten durfte. Die Marktgemeinde Sulzberg erklärte sich bereit einen Großteil der Materialkosten zuübernehmen.
Am 7. November 1995 war endlich der langersehnte Baubeginn. Durch herausragenden Arbeitseinsatz der Mitglieder konnte schon am 2. März 1996 der Hebauf gefeiert werden. Die erste Musikprobe unter eigenem Dach fand am 2. August 1996 im noch nicht ganz fertiggestellten Haus statt. Die festliche Einweihung erfolgte am 15. September 1996 unter Beteiligung der Musikkapelle Moosbach, die ihren eigenen Proberaum in Moosbach in der Bauphase freundlicherweise zur Verfügung stellte.

 

Trotz intensiver Bemühungen um die Jugendausbildung war die Zahl der aktiven Musikanten zur Generalversammlung 1997 aus alters- und beruflichen Gründen auf 29 zurückgegangen. In Ausbildung standen zu dieser Zeit 5 Jungbläser unter Manfred Briechle.

Dirigent Bernhard Jäck kündigte auf dieser Versammlung an, dass er als "Übergangs-Dirigent" nach 10 Jahren sein Amt niederlegen möchte und die Kapelle sich um einen neuen Dirigenten bemühen soll. Nachdem Manfred Briechle dieses Amt als junger Student noch nicht übernehmen wollte, wurde über Anzeige ein Nachfolger gesucht. Mit einigem Glück erklärte sich Stefan Schirmer bereit, die Führung der Kapelle zu übernehmen. Er stammte aus Franken, war Diplom-Musiklehrer und an der Musikschule Sonthofen angestellt. Die erste Musikprobe unter dem neuen Dirigenten fand am 17.10.1997 statt, die offizielle Übergabe des Dirigentenstabes erfolgte bei der Generalversammlung am 05.01.1998.

Mit Stefan Schirmer als Dirigent ging die Kapelle bei der Jugendausbildung neue Wege. Alle Schüler erhielten ab nun Unterricht bei qualifizierten, staatlich geprüften Musiklehrern.
Einen großen Erfolg erreichte die Kapelle dann beim Wertungsspiel 1998 in Ofterschwang, wo sie in der Mittelstufe einen 1. Rang mit Auszeichnung erreichte. Im Frühjahrskonzert 1998 wurden die Musikanten Karl-Heinz Brack, Reinhold Göser, Joachim und Michael Jäck und Josef Zobel für 25 Jahre aktive Musikzugehörigkeit geehrt, des weiteren Bernhard Jäck für 47 Jahre, davon 12 Jahre als 1. Vorsitzender (1975-1987) und 10 Jahre als Dirigent (bis 1997). Zudem wurde Bernhard Jäck von Vorstand Josef Zobel zum Ehrenvorstand ernannt.

Von links:
Dirigent Stefan Schirmer, Karl-Heinz Brack , Joachim Jäck, Michael Jäck, Josef Zobel, Bezirksdirigent Simon Gehring, Ehrenvorstand Bernhard Jäck, Reinhold Göser

 

Bereits im Herbst 1998 zeigte sich, dass Stefan Schirmer aus beruflichen Gründen das Allgäu wieder verlassen würde, und somit war erneut ein Dirigent notwendig. Nachdem kurzfristige Einsätze für Manfred Briechle bis dahin an der Tagesordnung waren, erklärte er sich nun bereit, das Dirigentenamt offiziell zu übernehmen.
Seine erste Musikprobe war am 18.9.1998, die Amtsübergabe erfolgte bei der Generalversammlung am 5.1.99. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Kapelle eine Stärke von 32 aktiven und 11 auszubildenden Mitgliedern.
Einen ersten Höhepunkt unter dem neuen Dirigenten bildete die Fahrt der Kapelle mit dem ASM nach Berlin zur Internationalen Tourismus Börse (ITB) vom 5.-7.3.99.

 

Die Musikkapelle Ottacker in Berlin vor dem Brandenburger Tor

 

Bei den Neuwahlen an der Generalversammlung des Musikvereines Ottacker am 5.1.2000 legte Josef Zobel nach 10 ereignis- und erfolgreichen Jahren als 1. Vorsitzender sein Amt nieder. Neuer Vorstand wurde Karl-Heinz Brack.

Einen neuen Höhepunkt stellte die Teilnahme am Wertungsspiel in Sonthofen-Berghofen am 8.4.2000 dar. Bei der Mittelstufe errang die Kapelle das Prädikat "mit sehr gutem Erfolg".

Der Ort Sulzberg wurde vom Radiosender "Bayern 1" für die Live-Sendung "Bayern 1 unterwegs" am 11.3.2001 als Übertragungsort ausgewählt. Neben anderen Vereinen aus dem Gemeindegebiet durfte die Musikkapelle Ottacker ihren Beitrag zur erfolgreichen Sendung liefern - ein weiterer Höhepunkt.

 

 

Einen großen Erfolg für Manfred Briechle stellte die abgelegte Prüfung im Lehrgang "Leitung von Blasorchestern" an der Bundesakademie in Trossingen dar. Dies beinhaltet die Ernennung zum staatlich anerkannten Dirigenten. Die Ehrung erfolgte anlässlich des Frühjahrskonzertes 2002, bei dem der Markt Sulzberg auch den Ehrenvorstand Bernhard Jäck für seine Verdienste bei der Kapelle bedachte.

 

 

Im Festjahr 2003 konnte die Musikkapelle Ottacker ihr 150-jähriges Bestehen in Form eines fünftägigen Festmarathons vom 28. Mai bis 1. Juni feiern.
Angefangen am Mittwochabend mit der Festeröffnung bis hin zum großen Umzug am Sonntag. Voraus ging ein Festakt am 30.04.2003 im Hirschsaal in Sulzberg, bei welchem die Musikkanten Bernhard Günter, Martin Schmölz und Peter Menz für ihre 25-jährige aktive Mitgliedschaft geehrt wurden.

Im folgenden Jahr durfte Vorstand Karl-Heinz Brack den Musikanten Theo Demmel für seine langjährige Mitgliedschaft ehren. Er konnte auf 40 Jahre Treue zur Musikkapelle Ottacker zurückblicken.
Des Weiteren absolvierte Michael Sontheim 2004 die C-Bläserprüfung erfolgreich und übernahm ab sofort das Amt des 2. Dirigenten.

Ein Highlight stellte unser 1. Auftritt beim Richtfest in Winnenden bei Stuttgart am 22.05.2005 dar, wo wir bis heute jährlich den Sonntag im Festzelt musikalisch umrahmen. Unser Tenorhornspieler Albert Feneberg durfte in diesem Jahr die Ehrung für 25-jährige Mitgliedschaft entgegen nehmen.



An der Generalversammlung 2006 verabschiedete sich Karl-Heinz Brack nach sechs ereignisreichen Jahren von seinem Amt als 1. Vorstand. Sein Nachfolger wurde Franz Spiß. Dieser konnte sich noch im gleichen Jahr bei folgenden Musikanten für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft bedanken: Franz Spiß, Hubert Stechele, Angelika Meyer, Herbert Klaus, Peter Feneberg und Thomas Mächler.

Im ereignisreichen Vereinsjahr 2007 konnten wir zwei frischgebackene Dirigenten in unseren Reihen begrüßen. Michael Sontheim und Josef Steidle legten erfolgreich den Dirigentenkurs ab. Der 1. Platz beim Bergmarschwettbewerb in Diepolz anlässlich des Hauchenbergringtreffens, sowie die erfolgreiche Teilnahme am Wertungsspiel in Fischen stellten die musikalischen Höhepunkte des Jahres dar.
Im Herbst folgte die Küchenumgestaltung im Musikheim mit Einbau einer Theke.

2009 feierte Manfred Briechle sein 10-jähriges Dirigentenjubiläum.

Im folgenden Jahr nahm die Musikkapelle erstmalig beim Wertungsspiel für traditionelle Blasmusik mit gutem Erfolg teil. Es wurde außerdem die Patenschaft für die neue Vereinsfahne der Musikkapelle Moosbach übernommen. Die größte finanzielle Belastung in diesem Jahr ergab die Anschaffung von zwei neuen Kinderbässen. Der Musikant Josef Dopfer wurde für seine 40-jährige Treue zur Kapelle geehrt.

 



Die Jugendarbeit wird bei der Musikkapelle Ottacker groß geschrieben. Dies zeigte sich besonders im vergangenen Jahr, als Vorstand Franz Spiß elf neue Jungmusikanten in der Kapelle begrüßen durfte.


Die Kapelle besteht nun aus 56 aktiven Musikanten, weitere zehn Jugendliche sind noch in Ausbildung. Des Weiteren haben wir 14 Ehrenmitglieder sowie 154 passive Mitglieder.


Eine Musikkapelle erfüllt viele Aufgaben in einer Dorfgemeinschaft, angefangen von der Kommunion über Hochzeiten, Jubiläen, Dorffesten und Konzerten bis hin zur Begleitung von Toten an ihre letzte Ruhestätte. Nicht vorstellbar sind viele Aktivitäten ohne den Klang von Musik. Und dass das so bleibt, darum sind alle Musikanten auch in Zukunft bemüht.


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